Donnerstag, 12. Oktober 2017

Über Sightseeing und Berggipfel - Citytrip Sofia

Im September konnte ich mein Geburtstagsgeschenk einlösen, welches ich von Tobi bereits im Mai erhalten hatte. Für ein langes Wochenende ging es also für uns in die sonnige Hauptstadt Bulgariens. Was wir dort erlebt haben und warum sich ein Ausflug nach Sofia auch für Wanderfreunde lohnt, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.



Preisniveau
Sofia ist für eine Millionenmetropole ein ausgesprochen günstiges Reiseziel. Unterkünfte, Metrofahren, Essen gehen - einfach alles ist preiswerter als in Deutschland.
Für vier Tage haben wir zu zweit komplett nicht einmal 450€ ausgegeben. Im Preis enthalten waren dabei die Flüge, Unterkunft, Verpflegung und alle weiteren Ausgaben vor Ort. Wer auf das Taxi vom Flughafen verzichtet und statt eines Hotels auf Airbnb oder ein Hostel umsteigt, kann zusätzlich Kosten einsparen. Da ist zuhause bleiben wirklich fast schon teurer.


Verkehrsanbindung
Von Deutschland aus erreicht ihr Sofia mit dem Flugzeug in etwas mehr als zwei Stunden und zu günstigen Preisen z.B. mit Ryanair. In Sofia selbst kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut herum. Eine Einzelfahrt mit Metro oder Bus kostet umgerechnet etwas mehr als 80 Cent pro Person. Dies gilt auch für die Fahrten zwischen Flughafen und Innenstadt. Lediglich die Sprachbarriere kann die Fahrten mit dem ÖPNV manchmal erschweren. So sind die Aushangfahrpläne an den Bushaltestellen oftmals ausschließlich auf Bulgarisch verfasst und die meisten Fahrer sprechen leider kein Englisch, wie wir selber erfahren mussten. Da hilft dann tatsächlich nur das Internet, viel Geduld und Flexibilität weiter.



Sehenswertes
Wir waren ausgesprochen positiv überrascht wie viele hübsche Ecken es doch tatsächlich in Sofias Innenstadt gibt. Archäologische Ausgrabungsstätten, Gotteshäuser unterschiedlicher Religionen, imposante Bauwerke und hübsche Parks prägen das abwechslungsreiche Stadtbild. Kein Wunder, denn die Stadt hat ihren Ursprung in der Jungsteinzeit und damit eine lange Geschichte hinter sich.

Alexander-Newski-Kathedrale
Das wohl imposanteste Bauwerk ist die riesige bulgarisch-orthodoxe Kathedralkirche mitten auf dem Alexander-Newski-Platz.


Nationaltheater Iwan Wasow
Am Ende eines wundervollen kleinen Parks zwischen kleinen Cafes und Bistros gelegen, bietet das Nationaltheater eine wunderbare Fotokulisse. Doch auch hinter der Fassade des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes gibt es einiges zu entdecken. Denn Kulturbegeisterte kommen in Sofia, welches bekannt für seine zahlreichen Tanz-, Musik- und Schauspielaufführungen ist, voll auf ihre Kosten.


Ausgrabungsstätten Serdika
Wer auf den Spuren der alten Römern wandeln möchte, bekommt in Sofia die Gelegenheit dazu. An zahlreichen Ausgrabungsstellen finden sich Überbleibsel des Römischen Reiches aus der Zeit um 300 nach Christus.



Wandern im Witoschagebirge
Wir haben uns während unseres Aufenthalts nicht nur im Stadtkern aufgehalten, sondern auch einen Tagesausflug in das an Sofia grenzende Witoschagebirge (engl. Vitosha) unternommen.
Die Anreise gestaltet sich trotz der Nähe zum Stadtkern schwierig, da sich im Internet zum Teil widersprüchliche Angaben hinsichtlich der Ski- und Sessellifte (die teilweise nur im Winter oder an bestimmten Wochentagen fahren) sowie der Busverbindungen fanden. Die Sprachbarriere bei den Busfahrern und die auf Bulgarisch verfassten Aushangfahrpläne tun entsprechend ihr übriges.


Daher für euch unser erprobter Anreiseweg:
Wir haben die blaue Metrolinie bis zur Endhaltestelle "Vitosha" genommen. Von der Haltestelle vor dem Einkaufszentrum fährt laut Internet der Bus 66 bis "Aleko" hoch oben im Gebirge. Von dort soll man angeblich in ca. 1,5 Stunden den Gipfel des "Cherni Vrah", den höchsten Berg des Gebirges, erklimmen können. Auf Nachfrage beim Busfahrer der Linie 66 nach der Endhaltestelle Aleko gab dieser uns jedoch mit Händen und Füßen zu verstehen, dass sein Bus NICHT dorthin fahren würde. Wohin sein Bus stattdessen fuhr oder mit welcher Linie wir Aleko erreichen könnten, konnte uns der gute Mann nicht sagen.
Wir haben ersatzweise dann die Linie 93 genommen und sind bis zur Endhaltestelle "Dragalevtsi" gefahren.
Von dort aus ging es dann mit dem offenen Sessellift in einer ca. 30-minütigen Fahrt hoch ins Gebirge. Ein Ticket für Auf- und Abfahrt kostete dabei umgerechnet ca. 5€ pro Person. Zugegeben, der Lift mutete auf den ersten Blick etwas in die Jahre gekommen an und man sollte keine große Höhenangst mitbringen, wenn man das nostalgische Gefährt benutzen möchte. Aber unserer Meinung nach war die Fahrt allemal besser als bei 35° Celsius den gesamten Berg hoch und wieder runter zu wandern (was auch möglich ist).


Oben auf dem "Goli Vrah" angekommen, entschieden wir uns aus Zeitgründen (der Lift fährt nur zwischen 9 und 17 Uhr) gegen eine Wanderung nach Aleko oder hinauf zum "Cherni Vrah". Denn die vor Ort aushängende Wanderkarte und Wandermarkierungen sind ebenfalls fast ausschließlich auf Bulgarisch verfasst und waren daher für uns nicht wirklich zu gebrauchen. Und da die Anreise deutlich länger als geplant gedauert hatte und wir an einem völlig anderen Punkt im Gebirge gelandet waren, als wir eigentlich wollten, mussten wir unsere Pläne also spontan  umschmeißen. In Bulgarien ticken die Uhren manchmal eben etwas anders, als hier bei uns in Deutschland.
So sind wir einfach ein wenig auf dem Berg herumgewandert, haben die tolle Landschaft und die Aussicht auf Sofia genossen.



Piraten-Fazit
Für einen Städtetrip ist Sofia ein schönes Ziel auch für Reisende mit einem eher kleinen Geldbeutel. Auch Wanderfreunde können hier auf ihre Kosten kommen (eigene Wanderkarte mitbringen!) und neben Sightseeing ein paar Stunden oder gar Tage in der freien Natur erleben. Das macht das Reiseziel Sofia in unseren Augen besonders reizvoll. Allerdings scheint es so, dass man sich in Sofia noch nicht so ganz auf Touristen eingestellt hat. Wer das Stadtzentrum verlassen will, sollte sich entsprechend vorab gut vorbereiten und ein gewisses Maß an Humor und Flexibilität mitbringen. 

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